Meine Schwester hatte die Marke gewählt, weil ihr letzter Lover es benutzt hatte, und der war zu der Zeit noch ganz heiß im Kommen. Inzwischen war er längst abserviert, und sie konnte das Zeug nicht mehr riechen. Behauptete sie wenigstens.

Ich mochte es, aber in solchen Kleinigkeiten bin ich immer gerne zu Kompromissen bereit.

Danach raffte ich die Klamotten zusammen, die ich für den Montag ausgesucht hatte, zog eine Jacke an, griff mir Autoschlüssel, Handy, Papiere, Kleidung und Aktenkoffer. Zum Glück war der groß genug, den Kulturbeutel mit aufzunehmen; den musste ich nur dringend wieder rausholen, bevor die Kollegen was mitbekamen, sonst war das Hallo groß, und ich musste mir bestimmt einiges an Lästereien anhören.

Schon saß ich im Auto und raste los.

Es reichte nicht ganz mit der halben Stunde. Genau 37 Minuten brauchte ich, nach ihrem Auflegen, um völlig atemlos vor ihrer Wohnungstür anzukommen. Dritter Stock, und kein Aufzug natürlich. Was für eine elende Hetzerei!

Hoffentlich war sie großzügig, dachte ich, und klingelte.

Sie öffnete sofort die Tür, als hätte sie bereits auf mich gewartet.

Und sie war nackt. Ganz und vollständig ausgezogen, splitterfasernackt.


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