Ich gebe zu, ich war zuerst ziemlich skeptisch. Thomas, der sucht bloß Weiber fürs Bett. Dafür mag das Internet ja das Richtige sein, dachte ich so bei mir, aber ich wollte halt eine richtige Beziehung, mit allem, was so dazugehört. Sex, Alltag und Gefühle sozusagen. Und ob man das im Internet finden konnte, daran wagte ich doch zu zweifeln.

Trotzdem, in der Not frisst der Teufel Fliegen, sagte meine Oma immer so schön, und irgendwann, an einem Freitagabend, wo die Einsamkeit immer am schlimmsten ist, war ich frustriert genug, tatsächlich meinen Rechner anzuwerfen und mir die Internetseiten mal anzusehen, die Thomas mir vorsorgend auf einen Zettel geschrieben hatte.

Die meisten davon gingen mir schon auf den Sack, noch bevor ich mich richtig mit den Kontaktanzeigen dort beschäftigen konnte. Das war alles so grellbunt, in schreienden, schrillen Farben, und überall blitzte und blinkte es, nackte Titten drängten sich an jeder Ecke, und irgendwie war es einfach nur furchtbar hässlich und nervig.

Ich habe nichts gegen nackte Titten; ganz im Gegenteil. Derart ins Gesicht springen müssen sie mir allerdings nun auch wieder nicht. Und lieber betrachte ich nur ein Paar knackige, straffe Brüste, als dass 20 verschiedene Doppel-Melonen auf einer Seite aus viel zu knapp sitzenden Bikini-Oberteilen quellen.

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